Cradlelution

Das junge StartUp Unternehmen Cradlelution aus Lüneburg entwickelt und betreibt einen Onlineshop für Cradle to Cradle zertifizierte Produkte.

Die Denker und Macher hinter diesem Projekt sind Anna Lütje, 24 Jahre alt, Umweltingenieurin, IHK ausgebildete Medienkauffrau Digital und Print, ILS zertifizierte Journalistin und Mutter. Sowie Nikita Kornev, 28 Jahre alt, Student des Studiengangs Studium Individuale.

Sie selbst sagen über sich:

Wir sind ein junges StartUp, bestehend aus zwei Studenten, die im Zuge der Ressourcenknappheit, Umweltvergiftung und des vorwiegend anthropogen bedingten Klimawandels dazu beitragen, unsere Welt anders, also besser zu gestalten! Wir haben uns nun mehr als zwei Jahre mit dem Konzept und der Denkschule von Cradle to Cradle beschäftigt und zur Verbreitung, Information und Aufklärung des C2C-Prinzips ehrenamtlich im Cradle to Cradle – Wiege zur Wiege e.V. engagiert. Wir ermöglichen mit unserem Online-Shop für C2C zertifizierte Produkte den Zugang zu intelligent designten und umweltfreundlichen Produkten für uns alle! (Zertifizierungskriterien) Unsere C2C Produkte in unserem Online-Shop sind entweder zu 100% biologisch abbaubar oder können in technischen Kreisläufen geführt werden, da sie sortenrein trennbar und somit wieder für neue Produkte verfügbar sind, dabei entsteht also kein Abfall!

Es geht um umfassende Produktqualität. Wir bieten Verbrauchs- wie auch Gebrauchsgüter an, die positive, nützliche Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft haben. Unsere angebotenen Cradle to Cradle Produkte basieren auf einem Innovationskonzept für holistische Qualität, gleich dem Symbol von Cradle to Cradle, dem Kirschbaum.

Ein Kirschbaum speichert Kohlenstoffdioxid und produziert Sauerstoff, er filtriert die Luft. Ein Kirschbaum unterstützt die biologische Vielfalt und ist Lebensraum für verschiedene Arten. Ein Kirschbaum produziert Biomasse und Boden. Ein Kirschbaum stellt das ideale System der Natur dar, denn alle Bestandteile sind Nährstoffe, die in Kreisläufen zirkulieren. Und wir Menschen haben einen ästhetisch schönen Blüten-Baum, der dazu schmackhafte Kirschen für den genussvollen Verzehr abwirft. Daher wird mit jedem Umsatz von 100 Euro ein Baum gepflanzt, was wir mit der Organisation „I Plant a tree“ realisieren.

Mehr erfahren Sie auf der Cradlelution Facebook-Fanseite

Cradlelution freut sich, wenn Sie ihr Vorhaben mit Ihrer Stimme beim yooweedoo Gründerwettbewerb unterstützen wollen.

Das Ohr isst mit

Wenn im veganen Restaurant Tischnachbarn ununterbrochen über Tiere sprechen.

Veganes Gericht
Veganes Gericht, Leaf Hamburg, Photo von katrin bpunkt photografie

Wir freuen uns auch deshalb auf die Zukunft, weil vegetarisch und vegan zu essen umso genussvoller werden wird, je selbstverständlicher es in unserer Gesellschaft als die präferierte Ernährungsform etabliert sein wird. Dann gehört folgendes Schau- oder besser Hörspiel der Vergangenheit an. Bei einem exquisiten veganen Essen erschien es uns, als ob wir umzingelt waren von Vegan-Evangelisten, die sich nicht einfach genießerisch den köstlichen Geschmacksexplosionen an ihren Gaumen hingeben konnten, sondern jeden Bissen mit einer noch fürchterlicheren “Tiergeschichte” begleiten mussten. So steht veganer Genuss nicht selbstverständlich für sich, denn nicht nur das Auge, sondern auch das Ohr isst mit und wir erinnerten uns an die Worte eines Kollegen der da sagte: “Wo steht geschrieben, dass es so freudlos sein muss?” – Muss es nicht!

Guten Appetit, auf eine selbstverständliche Zukunft als Besseresser.

Solar Kitchen Restaurant

 

Ein gastronomisches Erlebnis in Abhängigkeit von der Natur

solarkitchenrestaurant-guixe-01

Das “Solar Kitchen Restaurant” Konzept ist im gleichen Maß ein ökologisches und gastronomisches Kunstprojekt wie ein Gourmet Restaurant. Ins Leben gerufen und realisiert wurde dieses Projekt vom weltbekannten katalanischen Designer Martí Guixé und vom finnischen Koch und Food-Visionär Antto Melasniemi. Das Essen wird allein mit alternativer Energie zubereiten – mit der Strahlung der Sonne.

Kochen im Solar Kitchen Restaurant

Das Bemerkenswerte bei diesem Projekt ist das Spannungsverhältnis von Abhängigkeit und Verzicht auf der einen Seite und von reichhaltigster Belohnung dafür auf der anderen Seite. Die Zubereitung, die Rezepte, die Speisekarte, die Köche, das Servicepersonal und die Gäste, sie alle sind flexibler Spielball der Dynamik des Wetters, der Natur. Mit Sicherheit, Pünktlichkeit und Verlässlichkeit kann hier nicht gerechnet werden. Dafür überrascht die Form der Zubereitung mit ungewöhnlichen Texturen der Speisen und außerordentlich positiven Geschmackserlebnissen.

Der Verzicht ist hier vielmehr Konzentration – Konzentration auf ein besonderes soziales und gastronomischen Erlebnis. Ein Gewinn!

Fortschritt

Das Gegenteil von Fortschritt ist nicht Rückschritt. Es ist Stillstand.

"Hohe Luft"-Chefredakteur Thomas Vašek.   Bild: Ulrike Schmid  Quelle:taz.de
“Hohe Luft”-Chefredakteur Thomas Vašek. Bild: Ulrike Schmid Quelle: taz.de

In der aktuellen Ausgabe 2/2015 der Philosophie-Zeitschrift “Hohe Luft” formuliert Chefredakteur Thomas Vašek seine Gedanken zum Fortschritt: “Vielleicht ist es eine Zeit, Fortschritt neu zu denken”

(…)

“Wer von Fortschritt redet, muss immer sagen können, welchen Fortschritt er meint, für wen und im Hinblick auf welche Ziele. Es gibt nicht “den” Fortschritt, sondern viele Fortschritte auf verschiedenen Gebieten, die verschiedenen Menschen dienen. Und all diese Fortschritte addieren sich nicht einfach zum Fortschritt der Menschheit. Vielmehr kann der Fortschritt auf einem Gebiet sogar den Fortschritt auf einem anderen unterminieren. Insofern brauchen wir vielleicht eine andere, bescheidenere Fortschrittsidee, die besser zu unserer immer komplexeren Welt passt. Womöglich ist die Idee des Fortschritts überhaupt nur eine nützliche Fiktion, die unserem Handeln einen Sinn verleiht. Das heißt aber nicht, dass wir auf sie verzichten können.Wenn wir aufhören zu glauben, dass wir die Möglichkeit haben, die Dinge zum Besseren zu verändern, können wir auch gleich alles beim Alten lassen. Um Fortschritt zu erreichen müssen wir daran glauben, dass es Fortschritt gibt.

EIN NEUES FORTSCHRITTSDENKEN muss allerdings darauf verzichten, der Geschichte einen tieferen Sinn zu unterstellen. Es muss davon ausgehen, dass wir nicht sicher wissen, was das “Bessere” ist – und ob wir uns in die richtige Richtung bewegen. Das bedeutet aber keineswegs die Rückkehr zum Alten. Selbst wenn früher “alles besser” war als heute, heißt das noch nicht, dass wir diese Verhältnisse wieder herstellen sollten. Wir leben eben heute und nicht in der Vergangenheit. Und was für die alten Griechen gut war, muss keineswegs für uns heute gut sein. Fortschrittlich zu denken heißt vielleicht einfach nur, sich heutigen Fragen und Problemen praktisch zu stellen, die darin liegenden Möglichkeiten zu ergreifen, statt angeblich besseren Zeiten nachzutrauern. Und diese Möglichkeiten gibt es immer und überall. Dazu gehört auch die Möglichkeit, bestimmte Dinge einfach nicht zu tun, obwohl man sie tun könnte.

An den Fortschritt glauben, das heißt also, Dinge zu verändern, Probleme zu lösen, neue Ideen auszuprobieren, und zwar auch dann, wenn wir nicht mit Sicherheit wissen, ob wir unterm Strich damit richtig liegen. In Bezug auf bestimmte Ziele können wir zwar sagen, ob wir damit erfolgreich sind, ob wir also einem Ziel näherkommen oder nicht. Wer etwa im Job ein Projekt vorantreibt, wer eine neue Sprache erlernt, der erzielt tatsächlich einen Fortschritt. Und genauso können wir mit Erfolg politische und gesellschaftliche Ziele verfolgen, die wir für wichtig und richtig halten. Wir können allerdings nicht sagen, ob diese Ziele selbst die richtigen sind – und ob all die Fortschritte die Welt wirklich zum Besseren verändern. Vielleicht ist sogar das Gegenteil der Fall. Aber das können wir nur herausfinden indem wir es versuchen. Den Glauben an den Fortschritt aufzugeben, das hieße, keine Ziele und Ideale mehr zu haben. Nichts mehr zu versuchen, nichts mehr zu wagen.

Vielleicht bedeutet Fortschritt einfach, weiterzumachen in der Hoffnung, dass etwas Gutes dabei heraus kommt. Dazu gehört immer die Möglichkeit des Irrtums. Ein vermeintlicher Fortschritt kann sich unterm Strich sogar als “Rückschritt” herausstellen. Trotzdem kommen wir nur voran, wenn wir Neues wagen. Das Gegenteil von Fortschritt ist nicht Rückschritt. Es ist Stillstand.”

Thomas Vašek, Philosophie-Magazin “Hohe Luft”, Ausgabe 2/2015